Standesregeln

Anmerkung: Aus Gründen der Lesbarkeit werden in diesem Text nur die männlichen Formen verwendet.

 

l. Verhalten der Privatdetektive im Schweizerischen Verband ausgebildeter Privatdetektive (SVAPD)

 

Art. 1 Geltungsbereich

Mit dem Beitritt zum SVAPD verpflichten sich die Mitglieder des SVAPD, die Standesregeln einzuhalten. Sie bekunden somit den Willen, ihren Beruf in einem ethischen und professionellen Sinn zu betreiben. Die Standesregeln sind ein strenges Regelwerk für die Ausübung der Arbeit der unabhängigen Privatdetektive.

 

Art. 2 Grundsatz der Berufsausübung

Der Privatdetektiv hat seinen Beruf gewissenhaft nach besten Wissen und Können und mit der erforderlichen Sorgfalt auszuüben. Seine Handlungen müssen im Einklang mit der Rechtsordnung stehen und von höchster Objektivität gekennzeichnet sein.

 

Art. 3 Aufträge des Kunden

Der Privatdetektiv übt seinen Beruf unabhängig aus. Er verpflichtet sich, nur Aufträge anzunehmen, die er aufgrund seiner Befähigung und innerhalb der gesetzlichen Vorschriften ausführen kann bzw. darf. Er lehnt Auftragsvereinbarungen, die gegen die Grundsätze von Treu und Glauben verstossen, ab. Der Privatdetektiv behandelt die Aufträge speditiv, hält die Kundschaft auf dem Laufenden und berichtet nach Erledigung des Auftrages immer schriftlich. Er kann Aufträge an Verbandsmitglieder weiter vermitteln. Die Vermittlungsgebühr sowie Zahlungsfristen werden unter den Mitgliedern ausgehandelt.

 

Art. 4 Honorare und Spesenansätze

Die vom SVAPD vereinbarten Honorare- und Spesenansätze sind verbindlich. Sie werden der Kundschaft bei Annahme eines Auftrages mitgeteilt. Der Privatdetektiv darf Pauschalangebote vereinbaren, sofern sie seiner voraussichtlichen Leistung entsprechen. Hingegen ist es ihm untersagt, vor Beendigung eines Auftrages mit der Kundschaft eine Vereinbarung über die Beteiligung am Auftragsgewinn für das Honorar abzuschliessen. Ebenso darf er sich nicht verpflichten, im Falle eines ungünstigen Ausganges auf das Honorar zu verzichten. Erfolgsprämien zusätzlich zum Honorar sind zulässig. Der Privatdetektiv darf von der Kundschaft einen Vorschuss auf sein Honorar oder seine Auslagen verlangen.

 

Art. 5 Berufsgeheimnis

Der Privatdetektiv untersteht gegenüber allen Personen zeitlich unbegrenzt dem Berufsgeheimnis und ist zur vollen Verschwiegenheit verpflichtet. Sind Informationsquellen gegenüber vertrauliche Behandlung und/oder Geheimhaltung zugesichert worden, sind diese strikte einzuhalten.

 

Art. 6 Werbung

Die Mitglieder des SVAPD dürfen in allen zur Verfügung stehenden Medien werben. Unlautere Werbung ist Ihnen indes untersagt. Unlautere und widerrechtlich sind täuschende oder in anderer Weise gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossendes Verhalten oder Geschäftsgebaren, die das Verhältnis zwischen Mitbewerbern oder zwischen Anbietern/Abnehmern beeinflusst.

 

Art. 7 Interessenkonflikt

Der Privatdetektiv darf keine Aufträge annehmen, wenn er weiss, dass bereits ein anderer Privatdetektiv in der gleichen Sache arbeitet. Der Privatdetektiv handelt standeswidrig, wenn er einen Auftrag annimmt oder weiter gibt, in dessen Angelegenheit er bereits für die Gegenpartei tätig war.

 

Art. 8 Detaillierter Bericht und Abrechnung

Der Privatdetektiv fertigt nach Abschluss eines Auftrages einen detaillierten Arbeitsrapport an. Honorarforderungen sollen von der Kundschaft innert zehn, vierzehn oder dreissig Tagen beglichen werden.

 

 

ll. Verhalten gegenüber Privatdetektiv-Mitglieder

 

Art. 9 Loyalität und Fairness

Die Standespflicht der Kollegialität gebietet dem Privatdetektiv, sich loyal zu verhalten und persönliche Angriffe zu unterlassen. Gegenüber der Presse und der Öffentlichkeit wird von allen Mitgliedern ein diskretes und zurückhaltendes Verhalten verlangt. Die Interessen und der gute Ruf der Mitglieder des Verbandes sollen entsprechend repräsentiert und gewahrt werden.

 

Art. 10 Streitigkeiten unter Kollegen

Bei Streitigkeiten unter Kollegen werden die beiden Parteien zum Versuch einer gütlichen Einigung verpflichtet. Bleibt der Versuch erfolglos, so haben die Beteiligten den Vorstand des Verbandes um Vermittlung zu ersuchen.

 

Art. 11 Disziplinarmassnahmen

Verletzt ein Mitglied die Standesregeln, soll es in einem ersten Schritt durch andere Mitglieder in geeigneter Form darauf hingewiesen werden. Bleibt der kollegiale Hinweis erfolglos, wird - bei groben Verletzungen - der Vorstand des Verbandes informiert. Dieser kann entsprechende Massnahmen einleiten.

 

Art. 12 Ausschluss aus dem SVAPD

Der Verband ist berechtigt, die Partnerbüros auf Seriosität sowie Loyalität zu überprüfen. Bei schwerwiegenden Mängel oder Vorkommnissen, wenn das Ansehen des Berufstandes oder des Verbandes darunter leidet, kann der Vorstand den Ausschluss aus dem SVAPD bestimmen

 

 

III. Schlussabstimmungen

 

Art. 13 Inkrafttreten

Die Standesregeln treten mit Genehmigung der Vereinsversammlung am 24. Januar 2014 in Kraft und ersetzen die provisorischen Standesregeln Dezember 2013


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